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Drogenberatung im Kreis Warendorf

Ein knallroter VW Bus steht vor einer Kirche in Ennigerloh – ein kleines Örtchen im Kreis Warendorf im Münsterland. Es ist Mittag und der Bus ist heute Arbeitsplatz von Michael Böckendorff. Der Sozialarbeiter vom Arbeitskreis Jugend- und Drogenberatung aus Ahlen bietet hier Menschen Beratung an. Er sitzt an einem kleinen Campingtisch im hinteren Teil seines Wagens, den Laptop auf dem Schoss und wartet auf den ersten Besucher. Jeder kann hier anonym ohne Termin in den Bus steigen, sich zu Drogenkonsum und -Abhängigkeit beraten lassen und wird bei Problemen in eine Therapie vermittelt. Daneben können Konsumenten, die sich in einer Substitutions-Behandlung befinden, regelmäßig Gespräche mit Böckendorff führen und mit ihm über akute Schwierigkeiten sprechen – zum Beispiel mit Ämtern oder Behörden. Außerdem können Abhängige, die Spritzen für den Drogenkonsum benötigen, gebrauchte Spritzen gegen Neue tauschen. Entstanden ist die mobile Drogenberatung aufgrund der ländlichen Strukturen im Kreis Warendorf. Denn viele Menschen, die Beratungsangebote aufsuchen wollen, haben kein Auto und können sich, wenn öffentliche Verkehrsmittel vorhanden sind, die Fahrten nicht leisten. Neben Ennigerloh fährt die mobile Drogenberatung die Standorte Warendorf, Oelde und Freckenhorst an. Hier spricht Michael Böckendorff über seine Arbeit und die Angebote der Mobilen Drogenberatung (3:18min):

BZ: Cranger Kirmes 2013 bei Nacht. Nachtaufnahmen der Kirmes.

Foto: Arne Pöhnert
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Ruhe auf dem Rummel

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Demonstrationen gegen Tag der deutschen Zukunft

1000 Nazis zogen am 4. Juni 2016 für den sogenannten Tag der deutschen Zukunft von Dortmund-Dorstfeld nach Huckarde. 6000 Menschen sollen sich an Gegendemonstrationen in Dortmund beteiligt haben. Auf dem Marktplatz in Huckarde kam es zu Auseinandersetzungen zwischen Polizei und Gegendemonstranten.

BZ: NPD Kundgebung am 1. Mai 2016 in Bochum.

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1. Mai Demo in Bochum

Circa 180 Mitglieder der rechtsextremen Partei NPD zogen am ersten Mai 2016 gegen einen vermeintlichen Asylmissbrauch durch die Bochumer Innenstadt. Entlang der Strecke demonstrierten etwa 2400 Menschen gegen den Nazi-Aufmarsch.

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Sommer am Kanal

Im Sommer ist der Rhein-Herne-Kanal an der Schleuse Wanne-Süd ein beliebter Treffpunkt. Bei gutem Wetter treffen sich hier junge und alte Menschen zum Grillen, Angel, Schwimmen oder einfach nur zum Bier trinken oder in der Sonne liegen.

BZ: Fahrgeschäfte auf der Cranger Kirmes 2012.

Foto: Arne Pöhnert
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Auf Crange!

Die Cranger Kirmes ist im Herner Sommer eine feste Instanz. Rund vier Millionen Menschen kommen jedes Jahr im August zur zweitgrößten Kirmes Deutschlands. Einige meiner Fotos die in den letzten Jahren während des bunten Treibens entstanden sind, kann man im Buch Auf Crange finden, an dem ich mitgearbeitet habe.

Der Blick von oben…

Schon immer faszinierte den Menschen das Fliegen. Davon zeugt unter anderem die griechische Mythologie mit Dädalus und Ikarus, die sich mit selbstgebauten Schwingen in die Luft erhoben. Fliegend die Welt zu überblicken erlaubte eine ganz andere Perspektive – den sogenannten göttlichen Blick. Auch heute, wo das Fliegen selbstverständlich ist, hat die Vogelperspektive nichts von ihrer Faszination verloren. So nutzen auch Journalisten die Möglichkeit, ihren Lesern und Zuschauern mit Hilfe von Foto- und Filmaufnahmen einen besseren Überblick zu verschaffen – zum Beispiel bei Naturkatastrophen und Großveranstaltungen. Bis vor einigen Jahren waren Flugzeuge oder Helikopter erforderlich, um an aktuelle Luftaufnahmen zu kommen. Heute stehen Berichterstattern wesentlich kostengünstigere Möglichkeiten zur Verfügung: sogenannte unbemannte Multikopter. Die Flugsysteme mit vier oder mehr Rotoren werden vom Boden aus per Funk gesteuert, erlauben senkrechtes Starten und Landen und bieten ein stabiles Flugverhalten. Einer, der sich seit zehn Jahren mit den Möglichkeiten der unbemannten Berichterstattung aus der Luft beschäftigt, ist der freiberufliche Kameramann Uwe Grusczcynski aus Dortmund. Die ersten Experimente machte er, als sich Modellhubschrauber mit Lithium-Ionen-Akkus statt Verbrennungsmotor für ein paar Minuten in die Luft bringen ließen. Allerdings war das Flugverhalten mit einem Rotor zu instabil, so dass keine verwackelungsfreien Aufnahmen möglich waren. Grusczcynski: „Erst durch das Aufkommen von Koptern mit mindestens vier Rotoren konnte ich stabil fliegen und brauchbare Aufnahmen produzieren.“ Heute muss man kein Modellflug-Experte mehr sein, um mit Multikoptern zu arbeiten. Der Markt bietet zahlreiche Lösungen, die einsatzbereit geliefert werden. Auch finanziell ist eine Anschaffung einfacher geworden: Kopter mit integrierter 4K-Kamera und flugunterstützenden Systemen wie einer GPS-gestützten Home-Funktion kosten zwischen 800 und 2 000 Euro. Letztere stellt sicher, dass der Multikopter bei niedrigem Akkustand, Funkabbruch oder starkem Wind automatisch zum Startpunkt zurückfliegt. Auch Kameramann Grusczcynski arbeitet mit einem Fertigsystem: „Bei gutem Wetter kann man mit den preiswerten Koptern, an denen weder geschraubt noch gebastelt werden muss, ohne Probleme sendefähiges Material liefern. Sie sind leicht, klein und schnell aus dem Kofferraum geholt und einsatzbereit.“ Wer allerdings auf eine bessere Qualität nicht verzichten kann und eine Spiegelreflex-Kamera oder ein anderes größeres Kamerasystem mit seinem Multikopter bewegen möchte, der kommt auch heute nicht umhin, sich intensiver mit der Materie Modellflug auseinanderzusetzen und vor allem mehr Geld auszugeben. Auch für diesen Bereich gibt es fertige Lösungen, und Anbieter erstellen auf individuelle Wünsche angepasste Systeme. Die Kosten liegen dann allerdings bei 8 000 bis 25 000 Euro. Die enthaltene Technik ist aufwendiger zu steuern und in Stand zu halten. Wer nicht ständig Geld für den Modellbauer seines Vertrauens ausgeben will, sollte sie beherrschen. Gesetze: Nur mit Erlaubnis Neben Preis und Technik spielen bei den größeren Lösungen noch andere Aspekte eine Rolle. Denn während man in NRW für gewerblich genutzte unbemannte Flugsysteme bis fünf Kilogramm Gesamtgewicht bei der Landesluftfahrtbehörde eine allgemeine Aufstiegserlaubnis beantragen kann, die für zwei Jahr gilt und rund 250 Euro kostet, erfordern Lösungen mit mehr Gewicht immer Einzelgenehmigungen. Die kosten pro Flug 75 Euro (Antrag in beiden Fällen: Bezirksregierung Düsseldorf). Flugsysteme mit mehr als 25 Kilogramm unbemannten werden für die zivile Nutzung nicht genehmigt. Entscheidet man sich für eine Lösung unter fünf Kilogramm muss die allgemeine Aufstiegserlaubnis neben den persönlichen Daten des Piloten und Daten zum Fluggerät auch den Nachweis einer speziellen Haftpflichtversicherung enthalten – Kostenpunkt: circa 150 bis 400 Euro pro Jahr je nach Anbieter und Versicherungssumme. Auch mit der allgemeinen Aufstiegserlaubnis darf man seinen Multikopter nicht überall starten und landen. Beim Start von Privat- oder Firmengrundstücken braucht der Pilot die Erlaubnis des Eigentümers. Bei öffentlichem Grund muss die Stadt oder Kommune benachrichtigt werden. Der Pilot muss außerdem ein Protokoll führen, das Ort, Datum sowie Start- und Landezeit enthält, darf eine Flughöhe von 100 Metern nicht […]

Flüchtlings-Kinder üben spielerisch die deutsche Sprache.

Zechenring soll keine Sackgasse sein

Herne. Zechenring heißt eine Sackgasse am Gelände der ehemaligen Zeche Friedrich der Große 3/4. Läuft man diese Straße bis zum Ende, trifft man auf einige ältere graue Zechenhäuser und seit einiger Zeit auf mehrere Reihen ebenfalls grauer Container – hier leben Asylbewerber. Auch wenn sie offiziell nicht Flüchtlinge genannt werden, so sind diese Menschen aus ihrer Heimat geflohen – wegen Krieg, Verfolgung oder einfach wegen Perspektivlosigkeit. Doch aus welchem Grund auch immer die Flüchtlinge versuchen, dauerhaft in Deutschland bleiben zu dürfen, alle eint die Hoffnung auf ein besseres Leben. In Herne warten zurzeit (Stand 21.1.2015) 399 solcher Menschen auf die Bewilligung ihres Asylantrages, davon sind 113 Kinder unter 16 Jahren. Auch am Zechenring leben viele Kinder (180 Plätze), für die in Nordrhein-Westfalen die Schulpflicht gilt. Allerdings müssen neu angekommene Kinder bis zu sechs Wochen auf einen Schulplatz warten und sich einem Gesundheits-Check unterziehen, bevor sie in Herne zur Schule gehen dürfen. Am Zechenring wird diese Zeit genutzt, um die jungen Flüchtlinge langsam wieder an einen geregelten Alltag zu gewöhnen, ihnen Regeln für das tägliche Miteinander zu vermitteln und ihnen erste Deutsch-Kenntnisse mit auf den Weg zu geben. Seit Mitte September kümmern sich Ehrenamtliche und Honorarkräfte der Caritas um die Kinder. Möglich macht dies die Unterstützung des Herner Vereins Ruhrwerk, der 8.500 Euro für das Projekt spendete. Mit Hilfe des Geldes wurden unter anderem drei studentische Honorarkräfte eingestellt, die an jedem zweiten Samstag mit den schulpflichtigen Kindern Malen, Zeichnen und Spielen. Besonders begabte Kinder werden von der Lehramts-Studentin Selina Engelhart betreut. Jeden Donnerstag findet außerdem ein Offener Kindertreff statt, den die Kunsttherapeutin und Grafikdesignerin Hanife Rexha zusammen mit einer ehrenamtlichen Kraft gestaltet. Rexha: „Es ist schön zu sehen, wie die Kinder die Angebote annehmen, und jedes Mal schon aufgeregt fragen, ob heute wieder Schule ist.“ Die Arbeit mit den meist traumatisierten Kindern sei aber alles andere als einfach, so Hanife Rexha. „Die ersten Stunden mussten wir den Kindern erst einmal grundlegende Verhaltensregeln beibringen – Mitmenschen ausreden lassen, Eigentum respektieren und sich Dinge nicht einfach nehmen.“ Manchmal kommt sich die Kunsttherapeutin und gelernte Grafikdesignerin Rexha allerdings vor wie beim Kampf gegen Windmühlen. „Neben dem Kindertreff gebe ich Deutschkurse für die Eltern. Hier hat eine Mutter vor einigen Wochen erzählt, dass ihre Tochter jetzt Arbeit hätte. Auf die Frage, was die Tochter denn arbeiten würde, erzählte mir die Mutter stolz vom Diebstahl in einem Geschäft. Zum Glück ist das nicht die Regel, und es gibt unter den Eltern wirklich Engagierte, die trotz der schwierigen Umstände Wert auf die Ausbildung und Erziehung ihrer Kinder legen.“

„Ich würde heute nicht mehr leben“

Arne Pöhnert: Sie sind 45 Jahre alt. Seit wann werden sie substituiert? Guido Truszkowski: Seit über 20 Jahren werde ich substituiert. Welche Drogen haben sie davor konsumiert? Ich habe gekifft. Alkohol getrunken und habe dann im Verlauf mit Heroin und Kokain angefangen. Irgendwann kamen dann auch noch Benzos (Schlaf- und Beruhigungsmittel, d. Red.) wie Valium dazu – die waren am schlimmsten. Ich habe die Sucht immer verlagert, und dann bin ich zum Bund, aus Verzweiflung. weil ich dachte: Da musst du clean sein. Aber von wegen: clean beim Bund. Wir haben gesoffen wie die Ketzer. Haben Sie schon verschiedene Substitutions-Medikamente genommen? Meistens Methadon – ich habe aber auch Polamidon bekommen. Was ist denn der Unterschied vom Substitutions-Mittel zum Heroin? Dass ich die Möglichkeit habe, zur Ruhe zu kommen; nicht täglich beschaffen muss, gesund leben kann. Konsumenten müssen nicht mehr anschaffen gehen; ich muss nicht kriminell werden. Ich kann Beziehungen pflegen, ich kann mich um meinen Sohn kümmern. Ich habe neun Jahre bei Opel gearbeitet, obwohl ich substituiert war. Welche last wird Ihnen durch die Substitution genommen? Man macht Dinge wie die Verwandten beklauen, man kann selbst nicht mehr in den Spiegel gucken, man hat null Selbstwertgefühl als Junkie. Der Dreck den man sich antut – auch körperlich – das ist unglaublich. Was waren denn rückblickend ihre Beweggründe für den Drogenkonsum? Die meisten haben irgendwelche Scheiße in frühester Kindheit erlebt. Sucht hat immer eine Geschichte. Die wenigsten Junkies sagen: „Tolle Kindheit alles Friede, Freude, Eierkuchen.“ Gibts allerdings auch. Sind bei ihnen noch andere Erkrankungen diagnostiziert worden, die durch den Drogenkonsum entstanden sind? Ich hatte Hepatits B und C, aber Hep-C ist bei mir wie durch ein Wunder ausgeheilt Ich kann wirklich dankbar sein. Ich bin einer von ganz ganz wenigen, bei denen die Sache ausgeheilt ist. An Hepatits C sterben mehr Junkies als an HIV. Ich habe in den letzten Jahren schon mehr als 40 Bekannte sterben sehen. Ist das Ziel einer Substitution, irgendwann wieder ein drogenfreies Leben zu führen? Das war ursprünglich so. Aber erstmal war es mir scheißegal. Ich wollte am Anfang nur, dass mir geholfen wird. Heute weiß ich: Ich bleibe krank – das ist genauso wie bei Krebs oder Diabetes. Man kann nicht sagen: Hör auf mit dem Krebs oder Körper produzier doch mal bitte wieder Insulin. Hat sich durch die Substitution etwas in ihrem Umfeld geändert? Ja, mittlerweile total. Ich habe eine tolle Freundin, und wir sind jet2t seit eineinhalb Jahren zusammen. Sie hat einen vierzehn Jahre alten Sohn. Ich kann erleben, wie ein Teenie aufwächst. Bei meinem eigenen Sohn habe ich das leider verpasst. Ich war zwar körperlich anwesend aber immer zugedröhnt. Besteht denn noch Kontakt zur Drogenszene? In meiner Freizeit habe ich nichts mehr mit der Szene zu tun. Ich setze mich nicht mehr zu den anderen. Glauben sie, dass sie irgendwann abstinent leben werden? Ich bin mir ziemlich sicher, dass ich nicht mehr abstinent leben kann. Da mache ich mir nichts mehr vor. Was soll ich denn noch alles versuchen? Dank Dr. Plum […]

„Der Einsatz hat sich gelohnt“

Arne Pöhnert: Seit wann arbeiten sie in der Suchtmedizin? Dr. Manfred Plum: Ich arbeite seit über zwanzig Jahren in der Suchtmedizin. Was bedeutet Substitutions-Behandlung? Wir haben mittlerweile in der Medizin verstanden. dass die Sucht eine chronische Erkrankung ist wie Asthma. Bluthochdruck oder Diabetes, und dass sie deshalb auch nicht geheilt werden kann und lebenslang begleitet werden muss. Unsere Ziele in der Therapie sind zunächst einmal, die Patienten am Leben zu halten. Das Sterblichkeitsrisiko für Heroinabhängige ist so hoch wie bei Krebskranken. Es geht darum, den Patienten das Leben erträglich zu machen. Außerdem geht es darum, jene Krankheiten zu behandeln, die sie sich durch ihre ungesunde Lebensweise zugezogen haben. Sprich Infektionskrankheiten, Abszesse und chronische Infektionskrankheiten wie Hepatitis, HIV. Desweiteren geht es darum. wieder in ein Arbeitsverhältnis zu kommen. aus dem man sich mit seinem Drogenkonsum in jungen Jahren heraus katapultiert hat. Welche Ersatzstoffe verabreichen Sie? Also ich formuliere das anders, ich nenne das nicht Ersatzstoff, sondern ich nenne das ein Medikament. Dazu zählen Methadon. Polamidon. Buprenorphin. Diese Mittel wirken länger als 24 Stunden und nehmen – bei richtiger Dosierung – die Entzugserscheinungen und den Zwang. sich Drogen besorgen zu müssen. Oft wird gesagt. wir tauschen in der Substitution nur eine Droge gegen die andere aus. Das ist nicht richtig: Diese Menschen sind süchtig. also chronisch krank. Sucht macht man nicht einfach weg. Deshalb bieten wir ihnen alle psychologischen, psychatrischen und sozialen Unterstützungen an. Was spielt sich bei einer Suchterkrankung im Körper ab? Die Suchterkrankung spielt sich in bestimmten Gehirnarealen ab. Die Medizin versteht das heute noch nicht so genau. Den Betroffenen fehlen bestimmte Übeträgerstoffe, die sie m,t Orogen ersetzen. Dann geht es ihnen besser. Den Menschen, die diese Stoffe brauchen, denen bieten wir diese in einer sauberen und pharmakologischen Form an. Wirken die Medikamente genauso wie die Drogen? Die Wirkung ist insofern ähnlich, dass die Stoffe an den gleichen Stellen im Gehirn wirken wie zum Beispiel das Heroin. Der Unterschied besteht darin, dass die Medikamente langsamer wirken und die Wirkung länger anhält. Dadurch entsteht im Gegensatz zur Heroinwirkung kein Kick. Wer wird denn behandelt? Die Vorraussetzung ist, dass jemand zu uns kommt und sagt. ich kann nicht mehr, ich brauche Hilfe. Ich halte das nicht mehr aus, mir jeden Tag den Stoff besorgen zu müssen. Dann fängt die Hilfe an. Hier, am gleichen Tag. Die gesetzliche Vorraussetzung ist der Nachweis der Suchterkrankung. Dieser wird durch Gespräche und eine Urinkontrolle erbracht .. Werden die Kosten für die Behandlung von der Krankenkasse bezahlt? Die Kosten werden mittlerweile zum Glück von den Kassen getragen. Das war lange Zeit nicht selbstverständlich. Vor zwanzig Jahren duren wir nur Schwerstkranke behandeln, das bedeutete: Hepatitis- und HIV-Infizierte und schwangere Frauen. Viele haben uns damals gefragt, ob sie sich erst mit HIV infizieren müssten, um diese lebensrettende Behandlung zu bekommen. Wieviel zahlt die Krankenkasse fiir einen Patienten? Die Monatskosten für einen Patienten liegen zwischen 60 Euro und 200 Euro. Wieviele Menschen werden in Herne substituiert? Wir behandeln in der Aste-Ambulanz zurzeit 180 Kranke. Es gibt noch zwei weitere Praxen, die substituieren, […]