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{ Jour|na|list ist jemand, der sich hauptberuflich an der Verbreitung und Veröffentlichung von Infos, Meinungen und Unterhaltung durch Massen-Medien beteiligt; } Ein Zitat von Johann Wolfgang Goethe

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BZ: Cranger Kirmes 2013 bei Nacht. Nachtaufnahmen der Kirmes.

Foto: Arne Pöhnert
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Ruhe auf dem Rummel

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Demonstrationen gegen Tag der deutschen Zukunft

1000 Nazis zogen am 4. Juni 2016 für den sogenannten Tag der deutschen Zukunft von Dortmund-Dorstfeld nach Huckarde. 6000 Menschen sollen sich an Gegendemonstrationen in Dortmund beteiligt haben. Auf dem Marktplatz in Huckarde kam es zu Auseinandersetzungen zwischen Polizei und Gegendemonstranten.

BZ: NPD Kundgebung am 1. Mai 2016 in Bochum.

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1. Mai Demo in Bochum

Circa 180 Mitglieder der rechtsextremen Partei NPD zogen am ersten Mai 2016 gegen einen vermeintlichen Asylmissbrauch durch die Bochumer Innenstadt. Entlang der Strecke demonstrierten etwa 2400 Menschen gegen den Nazi-Aufmarsch.

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Sommer am Kanal

Im Sommer ist der Rhein-Herne-Kanal an der Schleuse Wanne-Süd ein beliebter Treffpunkt. Bei gutem Wetter treffen sich hier junge und alte Menschen zum Grillen, Angel, Schwimmen oder einfach nur zum Bier trinken oder in der Sonne liegen.

BZ: Fahrgeschäfte auf der Cranger Kirmes 2012.

Foto: Arne Pöhnert
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Auf Crange!

Die Cranger Kirmes ist im Herner Sommer eine feste Instanz. Rund vier Millionen Menschen kommen jedes Jahr im August zur zweitgrößten Kirmes Deutschlands. Einige meiner Fotos die in den letzten Jahren während des bunten Treibens entstanden sind, kann man im Buch Auf Crange finden, an dem ich mitgearbeitet habe.

Flüchtlings-Kinder üben spielerisch die deutsche Sprache.

Zechenring soll keine Sackgasse sein

Herne. Zechenring heißt eine Sackgasse am Gelände der ehemaligen Zeche Friedrich der Große 3/4. Läuft man diese Straße bis zum Ende, trifft man auf einige ältere graue Zechenhäuser und seit einiger Zeit auf mehrere Reihen ebenfalls grauer Container – hier leben Asylbewerber. Auch wenn sie offiziell nicht Flüchtlinge genannt werden, so sind diese Menschen aus ihrer Heimat geflohen – wegen Krieg, Verfolgung oder einfach wegen Perspektivlosigkeit. Doch aus welchem Grund auch immer die Flüchtlinge versuchen, dauerhaft in Deutschland bleiben zu dürfen, alle eint die Hoffnung auf ein besseres Leben. In Herne warten zurzeit (Stand 21.1.2015) 399 solcher Menschen auf die Bewilligung ihres Asylantrages, davon sind 113 Kinder unter 16 Jahren. Auch am Zechenring leben viele Kinder (180 Plätze), für die in Nordrhein-Westfalen die Schulpflicht gilt. Allerdings müssen neu angekommene Kinder bis zu sechs Wochen auf einen Schulplatz warten und sich einem Gesundheits-Check unterziehen, bevor sie in Herne zur Schule gehen dürfen. Am Zechenring wird diese Zeit genutzt, um die jungen Flüchtlinge langsam wieder an einen geregelten Alltag zu gewöhnen, ihnen Regeln für das tägliche Miteinander zu vermitteln und ihnen erste Deutsch-Kenntnisse mit auf den Weg zu geben. Seit Mitte September kümmern sich Ehrenamtliche und Honorarkräfte der Caritas um die Kinder. Möglich macht dies die Unterstützung des Herner Vereins Ruhrwerk, der 8.500 Euro für das Projekt spendete. Mit Hilfe des Geldes wurden unter anderem drei studentische Honorarkräfte eingestellt, die an jedem zweiten Samstag mit den schulpflichtigen Kindern Malen, Zeichnen und Spielen. Besonders begabte Kinder werden von der Lehramts-Studentin Selina Engelhart betreut. Jeden Donnerstag findet außerdem ein Offener Kindertreff statt, den die Kunsttherapeutin und Grafikdesignerin Hanife Rexha zusammen mit einer ehrenamtlichen Kraft gestaltet. Rexha: „Es ist schön zu sehen, wie die Kinder die Angebote annehmen, und jedes Mal schon aufgeregt fragen, ob heute wieder Schule ist.“ Die Arbeit mit den meist traumatisierten Kindern sei aber alles andere als einfach, so Hanife Rexha. „Die ersten Stunden mussten wir den Kindern erst einmal grundlegende Verhaltensregeln beibringen – Mitmenschen ausreden lassen, Eigentum respektieren und sich Dinge nicht einfach nehmen.“ Manchmal kommt sich die Kunsttherapeutin und gelernte Grafikdesignerin Rexha allerdings vor wie beim Kampf gegen Windmühlen. „Neben dem Kindertreff gebe ich Deutschkurse für die Eltern. Hier hat eine Mutter vor einigen Wochen erzählt, dass ihre Tochter jetzt Arbeit hätte. Auf die Frage, was die Tochter denn arbeiten würde, erzählte mir die Mutter stolz vom Diebstahl in einem Geschäft. Zum Glück ist das nicht die Regel, und es gibt unter den Eltern wirklich Engagierte, die trotz der schwierigen Umstände Wert auf die Ausbildung und Erziehung ihrer Kinder legen.“

„Ich würde heute nicht mehr leben“

Arne Pöhnert: Sie sind 45 Jahre alt. Seit wann werden sie substituiert? Guido Truszkowski: Seit über 20 Jahren werde ich substituiert. Welche Drogen haben sie davor konsumiert? Ich habe gekifft. Alkohol getrunken und habe dann im Verlauf mit Heroin und Kokain angefangen. Irgendwann kamen dann auch noch Benzos (Schlaf- und Beruhigungsmittel, d. Red.) wie Valium dazu – die waren am schlimmsten. Ich habe die Sucht immer verlagert, und dann bin ich zum Bund, aus Verzweiflung. weil ich dachte: Da musst du clean sein. Aber von wegen: clean beim Bund. Wir haben gesoffen wie die Ketzer. Haben Sie schon verschiedene Substitutions-Medikamente genommen? Meistens Methadon – ich habe aber auch Polamidon bekommen. Was ist denn der Unterschied vom Substitutions-Mittel zum Heroin? Dass ich die Möglichkeit habe, zur Ruhe zu kommen; nicht täglich beschaffen muss, gesund leben kann. Konsumenten müssen nicht mehr anschaffen gehen; ich muss nicht kriminell werden. Ich kann Beziehungen pflegen, ich kann mich um meinen Sohn kümmern. Ich habe neun Jahre bei Opel gearbeitet, obwohl ich substituiert war. Welche last wird Ihnen durch die Substitution genommen? Man macht Dinge wie die Verwandten beklauen, man kann selbst nicht mehr in den Spiegel gucken, man hat null Selbstwertgefühl als Junkie. Der Dreck den man sich antut – auch körperlich – das ist unglaublich. Was waren denn rückblickend ihre Beweggründe für den Drogenkonsum? Die meisten haben irgendwelche Scheiße in frühester Kindheit erlebt. Sucht hat immer eine Geschichte. Die wenigsten Junkies sagen: „Tolle Kindheit alles Friede, Freude, Eierkuchen.“ Gibts allerdings auch. Sind bei ihnen noch andere Erkrankungen diagnostiziert worden, die durch den Drogenkonsum entstanden sind? Ich hatte Hepatits B und C, aber Hep-C ist bei mir wie durch ein Wunder ausgeheilt Ich kann wirklich dankbar sein. Ich bin einer von ganz ganz wenigen, bei denen die Sache ausgeheilt ist. An Hepatits C sterben mehr Junkies als an HIV. Ich habe in den letzten Jahren schon mehr als 40 Bekannte sterben sehen. Ist das Ziel einer Substitution, irgendwann wieder ein drogenfreies Leben zu führen? Das war ursprünglich so. Aber erstmal war es mir scheißegal. Ich wollte am Anfang nur, dass mir geholfen wird. Heute weiß ich: Ich bleibe krank – das ist genauso wie bei Krebs oder Diabetes. Man kann nicht sagen: Hör auf mit dem Krebs oder Körper produzier doch mal bitte wieder Insulin. Hat sich durch die Substitution etwas in ihrem Umfeld geändert? Ja, mittlerweile total. Ich habe eine tolle Freundin, und wir sind jet2t seit eineinhalb Jahren zusammen. Sie hat einen vierzehn Jahre alten Sohn. Ich kann erleben, wie ein Teenie aufwächst. Bei meinem eigenen Sohn habe ich das leider verpasst. Ich war zwar körperlich anwesend aber immer zugedröhnt. Besteht denn noch Kontakt zur Drogenszene? In meiner Freizeit habe ich nichts mehr mit der Szene zu tun. Ich setze mich nicht mehr zu den anderen. Glauben sie, dass sie irgendwann abstinent leben werden? Ich bin mir ziemlich sicher, dass ich nicht mehr abstinent leben kann. Da mache ich mir nichts mehr vor. Was soll ich denn noch alles versuchen? Dank Dr. Plum […]

„Der Einsatz hat sich gelohnt“

Arne Pöhnert: Seit wann arbeiten sie in der Suchtmedizin? Dr. Manfred Plum: Ich arbeite seit über zwanzig Jahren in der Suchtmedizin. Was bedeutet Substitutions-Behandlung? Wir haben mittlerweile in der Medizin verstanden. dass die Sucht eine chronische Erkrankung ist wie Asthma. Bluthochdruck oder Diabetes, und dass sie deshalb auch nicht geheilt werden kann und lebenslang begleitet werden muss. Unsere Ziele in der Therapie sind zunächst einmal, die Patienten am Leben zu halten. Das Sterblichkeitsrisiko für Heroinabhängige ist so hoch wie bei Krebskranken. Es geht darum, den Patienten das Leben erträglich zu machen. Außerdem geht es darum, jene Krankheiten zu behandeln, die sie sich durch ihre ungesunde Lebensweise zugezogen haben. Sprich Infektionskrankheiten, Abszesse und chronische Infektionskrankheiten wie Hepatitis, HIV. Desweiteren geht es darum. wieder in ein Arbeitsverhältnis zu kommen. aus dem man sich mit seinem Drogenkonsum in jungen Jahren heraus katapultiert hat. Welche Ersatzstoffe verabreichen Sie? Also ich formuliere das anders, ich nenne das nicht Ersatzstoff, sondern ich nenne das ein Medikament. Dazu zählen Methadon. Polamidon. Buprenorphin. Diese Mittel wirken länger als 24 Stunden und nehmen – bei richtiger Dosierung – die Entzugserscheinungen und den Zwang. sich Drogen besorgen zu müssen. Oft wird gesagt. wir tauschen in der Substitution nur eine Droge gegen die andere aus. Das ist nicht richtig: Diese Menschen sind süchtig. also chronisch krank. Sucht macht man nicht einfach weg. Deshalb bieten wir ihnen alle psychologischen, psychatrischen und sozialen Unterstützungen an. Was spielt sich bei einer Suchterkrankung im Körper ab? Die Suchterkrankung spielt sich in bestimmten Gehirnarealen ab. Die Medizin versteht das heute noch nicht so genau. Den Betroffenen fehlen bestimmte Übeträgerstoffe, die sie m,t Orogen ersetzen. Dann geht es ihnen besser. Den Menschen, die diese Stoffe brauchen, denen bieten wir diese in einer sauberen und pharmakologischen Form an. Wirken die Medikamente genauso wie die Drogen? Die Wirkung ist insofern ähnlich, dass die Stoffe an den gleichen Stellen im Gehirn wirken wie zum Beispiel das Heroin. Der Unterschied besteht darin, dass die Medikamente langsamer wirken und die Wirkung länger anhält. Dadurch entsteht im Gegensatz zur Heroinwirkung kein Kick. Wer wird denn behandelt? Die Vorraussetzung ist, dass jemand zu uns kommt und sagt. ich kann nicht mehr, ich brauche Hilfe. Ich halte das nicht mehr aus, mir jeden Tag den Stoff besorgen zu müssen. Dann fängt die Hilfe an. Hier, am gleichen Tag. Die gesetzliche Vorraussetzung ist der Nachweis der Suchterkrankung. Dieser wird durch Gespräche und eine Urinkontrolle erbracht .. Werden die Kosten für die Behandlung von der Krankenkasse bezahlt? Die Kosten werden mittlerweile zum Glück von den Kassen getragen. Das war lange Zeit nicht selbstverständlich. Vor zwanzig Jahren duren wir nur Schwerstkranke behandeln, das bedeutete: Hepatitis- und HIV-Infizierte und schwangere Frauen. Viele haben uns damals gefragt, ob sie sich erst mit HIV infizieren müssten, um diese lebensrettende Behandlung zu bekommen. Wieviel zahlt die Krankenkasse fiir einen Patienten? Die Monatskosten für einen Patienten liegen zwischen 60 Euro und 200 Euro. Wieviele Menschen werden in Herne substituiert? Wir behandeln in der Aste-Ambulanz zurzeit 180 Kranke. Es gibt noch zwei weitere Praxen, die substituieren, […]

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8.000 Kilometer mit dem Taxi

Die beiden autoverrückten Herner Schrauber Julius (26) und Robert Ruppert (28) nehmen zusammen mit Jan Terjung (30) und Matthias Herrmann (39) an einer Rallye teil – dem Black Sea Circle 2013. Als Gefährt dient ihnen dazu ein für ihre Zwecke modifiziertes London Cab. Ziel der Fahrt: innerhalb von 16 Tagen das Schwarze Meer erreichen. Eine vorgegebene Strecke? Fehlanzeige. Die müssen sich die Teams selber suchen. Robert Ruppert: „Wir wollten schon immer Mal an so einer Rallye teilnehmen – eigentlich durch die Mongolei – jetzt wirds Europa und Russland.“ Beginnen wird das Abenteuer offiziell am Donnerstag (1.8.2013) um 10 Uhr in Berlin, denn dort treffen sich alle 25 Teams, um vom gleichen Punkt zu starten. Eine ungefähre Route haben sich die Mustache Maniacs – so haben sich die Vier getauft – schon zurecht gelegt: Von Berlin nach Tschechien, Österreich, Ungarn, Rumänien, Bulgarien, Türkei, Georgien, Russland und in die Ukraine zur Hauptstadt Odessa – schlappe 8.000 Kilometer. Auf das bequeme Reisen mit Hilfe von Autobahnen und GPS muss allerdings laut Rallye-Regeln verzichtet werden, stattdessen entsprechen Schotterpisten mit riesigen Schlaglöchern und Karten- und Kompassnavigation den Veranstalter-Vorstellungen von einer gescheiten Ralley. „Keine Autobahn – das ist kein Problem. Jegliche Geschwindigkeits-Begrenzung liegt sowieso über unserer maximal Geschwindigkeit“, so Julius Ruppert lachend. Eine weitere Regel betrifft das Auto: Dieses muss älter als 20 Jahre sein. Kein Problem für das Team – Robert Ruppert und Jan Terjung fuhren vor einigen Wochen nach London und kauften für 750 Euro eins der uralten Londonder Taxis – ein Fairway 95 London CAB hergestellt von Austin Carbodies. Rupperts: „Leistungsschwach und schadstoffstark.“ Ausgelegt sind diese Wagen für 1.000.000 Meilen, was circa 1.600.000 Kilometern entspricht. Tachostand aktuell: knapp 630.000 Meilen. Für Ersatzteil-Zufuhr hat das Team schon gesorgt und einen Händler gefunden, der ihnen in Europa alle Teile die eventuell gebraucht werden, innerhalb von 24 Stunden zuschickt. Den Wagen haben Julius und Robert anschließend mit diversen neuen Anbauten versehen: Dachgepäckträger, Schiebedach, Ersatzreifen, eine Soundanlage die auf Knopfdruck Kuh- und Hühnergeräusche von sich gibt und die typischen großen Rallye-Lampen, damit der Fahrer auf den Schotterpisten auch Nachts kein Schlagloch übersieht. Robert Ruppert, ein großer halloherne-Fan, fehlte allerdings noch etwas für die Tour – halloherne. Kurz entschlossen ging er zur Druckerei Budde und fragte an, ob sie ihm nicht große halloherne-Aufkleber für sein Rallye-Mobil drucken könnten und da die Reisekasse mittlerweile arg gebeutelt war, bot er der Druckerei ebenfalls einen Werbeplatz an. Angelika Budde, die Inhaberin, war schnell begeistert von dem Vorhaben der Vier und so konnte am Mittwoch (31.7.2013), dem Tag vor dem Start, der Wagen mit – für den Motorsport typischen – Sponsoren-Aufklebern beklebt werden.